Was Steinwerkzeuge über den Ursprung von Sprache erzählen

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sprache und der Herstellung von Werkzeugen? Die Neuroarchäologie untersucht, ob bei beidem ähnliche kognitive und neuronale Prozesse beteiligt sind. Erfahren Sie, wie Forschende dies mit archäologischen, sprachwissenschaftlichen und neurowissenschaftlichen Ansätzen untersuchen.

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Seit wann sprechen Menschen eigentlich? Und wie kann man etwas erforschen, das keine Fossilien hinterlassen hat? Gesprochene Sprache verschwindet sofort – anders als Knochen oder Steinwerkzeuge. Genau deshalb suchen Forschende nach indirekten Hinweisen auf die Entwicklung menschlicher Sprache.

Ein möglicher Schlüssel liegt in den Steinwerkzeugen unserer Vorfahren. Denn auch ihre Herstellung war erstaunlich komplex: Werkzeuge mussten geplant, einzelne Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge ausgeführt und Bewegungen präzise koordiniert werden. Genau solche Fähigkeiten spielen auch beim Sprechen und beim Aufbau sprachlicher Strukturen eine Rolle.

In der Neuroarchäologie verbinden wir Archäologie, Sprachwissenschaft und Hirnforschung, um diesen Fragen nachzugehen. Dabei interessiert uns nicht nur, ob Werkzeugherstellung und Sprache ähnliche kognitive Prozesse nutzen, sondern auch, wie solche Fähigkeiten kulturell weitergegeben werden. Mit modernen bildgebenden Methoden untersuchen wir, welche Hirnnetzwerke aktiv sind, wenn Menschen Werkzeuge herstellen oder sprachliche Strukturen verarbeiten.

An unserem Stand können Besucher:innen verschiedene Steinwerkzeuge entdecken, ihre Herstellung nachvollziehen und erfahren, wie Forschende heute versuchen, dem Ursprung der Sprache auf die Spur zu kommen. So wird sichtbar, wie uralte Werkzeuge uns helfen können, eine der spannendsten Fragen der Menschheitsgeschichte zu erforschen.

 

Weitere Aspekte der Sprachforschung an der Scientifica