Vor COVID – Von (fast) vergessenen Pandemien lernen
Wissen Sie, wann die «Russische» oder die «Asiatische Grippe» die Schweiz heimsuchten? Die Pandemien des 20. Jahrhunderts sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei könnte man von den Erfahrungen aus diesen Krisen lernen. Das Projekt leaddata.ch bringt dieses Wissen wieder ans Tageslicht.
Wie erinnern wir uns an vergangene Pandemien? Welche Erlebnisse und Perspektiven bleiben im kollektiven Gedächtnis – und welche verschwinden? Lange vor Covid-19 wurde die Schweiz mehrfach von Pandemien heimgesucht: 1890 von der «Russischen Grippe», 1918 –1920 von der «Spanischen Grippe» und 1957 von der «Asiatischen Grippe». Auch danach kam es bis ins 21. Jahrhundert hinein zu weiteren Pandemieausbrüchen, die in der Schweiz jedoch kaum nachhaltige Spuren hinterliessen – eine sogenannte Pandemie-Katastrophen-Gedächtnislücke ist entstanden.
Wertvolles Erfahrungswissen aus früheren Krisen ist im Laufe der Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Ein Forscherteam der Universität Zürich und der ZHAW macht anhand von Quellen, Bildern, Zeitzeugenberichten und digitalen Visualisierungen Pandemie-Erinnerungen wieder erfahrbar und trägt dazu bei, diese Gedächtnislücke schrittweise zu schliessen Die Ergebnisse dieser Forschungen werden im Knowledge Hub LEAD gebündelt und so der Öffentlichkeit und Behörden zugänglich gemacht.
An der Scientifica können Sie die Pandemien-Katastrophen-Gedächtnislücke anschaulich und interaktiv erkunden. Auf Monitoren berichten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie deren Nachfahren von ihren Erinnerungen und Erfahrungen. Historische Zeitungsartikel, Fotografien und Plakate sowie aktuelle Forschungsergebnisse machen vergangene Pandemien und ihre Auswirkungen auf den Alltag der Menschen sichtbar. Interaktive Elemente laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, ihre Perspektiven einzubringen und eigene (Familien-)Erinnerungen mit dem Forschungsteam zu teilen.
